Freitag, 11. August 2017 | 07:11

Frau und Karriere – auch in Umweltberufen keine Selbstverständlichkeit

Als Frau beruflich die eigene Laufbahn weiterverfolgen und gleichen Lohn für gleiche Arbeit erhalten, das ist auch heute absolut keine Selbstverständlichkeit.

Ein Netzwerk für Berufsfrauen im Umweltbereich
Ein Netzwerk für Berufsfrauen im Umweltbereich

Auch nicht in den Umweltberufen, wo Frauen oft noch in der Minderheit sind. Dies ergab eine von den FachFrauen Umwelt ffu-pee in Auftrag gegebene Studie. Die frisch erschienene Broschüre dazu fasst die wichtigsten Ergebnisse zusammen und zeigt mögliche Massnahmen. Es gibt noch viel zu tun.

 

In den Umweltberufen sieht es nicht viel besser aus als in anderen Branchen: Frauen haben viel weniger Möglichkeiten, ihre eigene Laufbahn zu verfolgen. Lohn und Aufstiegsmöglichkeiten bleiben beschränkt. Und sind tiefer als bei Männern. Frauen müssen sich viel mehr beweisen als Männer um für gleiche Leistungen anerkannt zu werden. Bereits beim Berufseinstieg und bei Karrieremöglichkeiten zeigen sich Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sobald Kinder da sind, wird es noch viel komplizierter. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleibt schwierig und Teilzeit wird ambivalent bewertet. All dies beruht grossteils auf sich hartnäckig in den Köpfen haltenden traditionellen Vorstellungen über Rollen und Führungskräfte. Dies sind die wichtigsten Ergebnisse der Studie zur Situation der Berufsfrauen im Umweltbereich von den FachFrauen Umwelt ffu-pee. 

 

Ein Netzwerk für Berufsfrauen im Umweltbereich 

Die FachFrauen Umwelt ffu-pee gibt es seit 1989. Mit inzwischen über 1'100 Mitgliedern in der ganzen Schweiz sind sie ein wichtiges Netzwerk für Berufsfrauen im Umweltbereich. Sie liessen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern, Fachrichtung Soziale Arbeit, untersuchen, wie die Situation der Berufsfrauen im Umweltbereich aussieht. Soeben wurde die entsprechende Broschüre mit den wichtigsten Ergebnissen und möglichen Massnahmen veröffentlicht.

 

Mit Teilzeit erst recht keine Karriere

Um Familie und Beruf zu vereinbaren, setzen viele Frauen auf Teilzeitarbeit. Es gibt im Umweltbereich auch Teilzeit arbeitende Männer, doch diese haben meist viel höhere Pensen als Frauen. Frauen und auch Männer mit Teilzeitpensum und Sorgeverpflichtungen gegenüber Kindern haben eine geringere Möglichkeit, Führungskraft zu werden. Eine Karriere ist damit unmöglich, folgern die Mitglieder - Frauen und auch Männer - der befragten Berufsorganisationen in der Studie. Sie fordern, Teilzeit müsste auch in Führungsfunktionen möglich sein, z.B. im Jobsharing. Und dazu braucht es gute Vorbilder, welche die Vorteile für Arbeitgebende und Mitarbeitende zeigen.

 

Flexible Arbeitsmodelle und mehr Frauen in MINT-Berufe 

In Umweltberufen wird auch ein Fachkräftemangel beklagt. Dazu Geschäftsführerin der FachFrauen Umwelt ffu-pee Heidi Mück: «Es braucht Werbemassnahmen und Sensibilisierungskampagnen, damit junge Frauen sich für Ausbildungen im sogenannten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) interessieren. Dies sehen auch viele Unternehmen so.» Nadine Guthapfel, Vorstandfrau bei den FachFrauen Umwelt ffu-pee, ergänzt: «Die Studie zeigt auch, dass ein riesiges Potential von gut ausgebildeten Frauen ungenutzt bleibt, die oft kaum Möglichkeiten für eine ihren Fähigkeiten entsprechende Tätigkeit erhalten. Insbesondere bei den Karrieremöglichkeiten, aber auch bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie müssen Massnahmen ansetzen.» Flexible Arbeitsmodelle sind beispielsweise gefordert und Instrumente und Informationen, wie diese am besten umgesetzt werden können.

 

Mehr dazu im Anhang. 




ffu-pee



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