Freitag, 16. Februar 2018 | 15:23

Manager sollen nur dann gut verdienen, wenn sie es auch verdient haben

Meritocracy und Performance sind die Schlagwörter der Konzernleitung der Credit Suisse wenn es um die Mitarbeitenden geht. Nun ist es ist Zeit für einen Kulturwechsel – höchste Zeit, neue Massstäbe zu setzen, wenn es um die variable Vergütung des Topmanagements geht.

Die Mitarbeitenden in der Schweiz haben trotz langandauernder Restrukturierung (Abbau von rund 1600 Stellen in drei Jahren!) mit Ihrer Kompetenz und Loyalität zu einem guten Resultat in der Schweiz beigetragen, welches leider wieder Auslandsverluste kompensieren musste. Photo on <a href="http://foter.com/re/ba1e49">Foter.com</a>
Die Mitarbeitenden in der Schweiz haben trotz langandauernder Restrukturierung (Abbau von rund 1600 Stellen in drei Jahren!) mit Ihrer Kompetenz und Loyalität zu einem guten Resultat in der Schweiz beigetragen, welches leider wieder Auslandsverluste kompensieren musste. Photo on Foter.com

Der SBPV stellt fest, dass die Credit Suisse das Jahr 2017 erneut mit fast einer Milliarde Verlust abschliesst. Es darf nun aber nicht sein, dass wieder die Mitarbeitenden darunter zu leiden haben. Restrukturierungen und Stellenabbau alleine sind keine echten Lösungen um wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Dazu braucht es vielmehr ein weitsichtiges und visionäres Management. Solange dies beim Top Management nicht der Fall ist, sind die geplanten riesigen variablen Lohnanteile nicht nachvollziehbar und nicht akzeptabel.

 

Die Mitarbeitenden in der Schweiz haben trotz langandauernder Restrukturierung (Abbau von rund 1600 Stellen in drei Jahren!) mit Ihrer Kompetenz und Loyalität zu einem guten Resultat in der Schweiz beigetragen, welches leider wieder Auslandsverluste kompensieren musste.

 

Ungewissheit und Angst vor der Zukunft gefährden die Motivation und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeitenden. Anstatt hohe Boni an die Geschäftsleitung und den Verwaltungsrat auszuzahlen, sollte die Bank vermehrt in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden investieren und insbesondere die älteren Mitarbeiter auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereiten.

 

Auch CS-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner ist der Ansicht, dass ein Bonus in dieser Höhe nur dann ausbezahlt werden darf, wenn sich der zukünftige Erfolg einstellt und die langfristigen Ziele erreicht werden. Somit ist klar, dass für 2017 variable Vergütung sich nicht rechtfertigen.

 

Nach der heftigen Kritik der Aktionäre hat die Führungsebene im letzten Jahr auf 40 Prozent der eigenen Boni verzichtet. Der SBPV erwartet, dass die Führungsebene von Credit Suisse in diesem Jahr von sich aus auf jegliche variable Vergütung der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates verzichtet. Mit diesem Geld könnten die rund 17'000 Mitarbeitenden in der Schweiz besser für die Zukunft gerüstet werden. Zudem könnte die Credit Suisse damit als gutes Beispiel vorangehen und ein Zeichen setzen für einen Kulturwandel in der Bankenbranche. 


Schweizerischer Bankpersonalverband



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