Mittwoch, 10. Oktober 2018 | 11:46

Mitarbeitende in Krisen – Prävention am Arbeitsplatz

Jeder zweite Mensch erkrankt im Verlauf seines Lebens mindestens einmal psychisch.

Wenn nicht über psychische Probleme am Arbeitsplatz gesprochen wird und keine Massnahmen zur Verbesserung getroffen werden, kann sich die Situation zuspitzen. (Foto: Pixabay)
Wenn nicht über psychische Probleme am Arbeitsplatz gesprochen wird und keine Massnahmen zur Verbesserung getroffen werden, kann sich die Situation zuspitzen. (Foto: Pixabay)

In der Arbeitswelt bedeutet dies, dass rund ein Fünftel der Arbeitstätigen psychisch stark belastet ist. Belastungen können privat in der Partnerschaft und Familie entstehen oder am Arbeitsplatz durch hohen Arbeitsdruck, Umstrukturierungen und anderes. Dauern die Belastungen über einen längeren Zeitraum an oder kumulieren sie sich, können sie zu psychischen Erkrankungen führen. Den Betroffenen fällt es oft schwer darüber zu sprechen, da psychische Erkrankungen stigmatisiert sind.

 

Arbeit als Schutzfaktor

Oft gibt es Frühwarnzeichen für psychische Probleme wie Leistungsabfall, Häufung von Fehlzeiten / Überzeit oder auffällige Stimmungsschwankungen. Je früher angemessen auf solche Hinweise reagiert wird, umso erfolgsversprechender sind mögliche Interventionen. Dabei kann es sich beispielsweise um die Priorisierung der Aufgaben, die Anpassung des Pensums oder den Beizug einer externen Fachperson handeln. So kann in vielen Fällen der Verbleib am Arbeitsplatz gewährleistet werden. Das ist wichtig für den Betrieb, aber auch für die Betroffenen, denn Arbeit ist ein bedeutender Schutzfaktor gegen psychische Erkrankungen. Sie bietet Struktur, ist identitätsbildend und schafft ein soziales Netzwerk. Dadurch wird ein Teil der sozialen Bedürfnisse nach Anerkennung und Gemeinschaft gedeckt. Wenn Betroffene einer Arbeit nachgehen können, gesunden sie selbst bei schweren Erkrankungen schneller.

 

Im Extremfall: Suizidalität

Wenn nicht über psychische Probleme am Arbeitsplatz gesprochen wird und keine Massnahmen zur Verbesserung getroffen werden, kann sich die Situation zuspitzen. Im Extremfall kann eine psychische Überlastung suizidale Gedanken auslösen. Auch darum lohnt es sich, rechtzeitig auf Belastungen und Probleme zu reagieren.

 

Angebote für Unternehmen

Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich bietet Betrieben Unterstützung zum Thema «Krisen und Suizidprävention» an. Etwa mit der Broschüre «Mitarbeitende in Krisen - Was Sie tun können». Diese richtet sich an Personalverantwortliche und Führungskräfte und zeigt auf, was man tun kann, wenn sich Mitarbeitende in Krisen befinden und Suizidalität ein Thema ist. Entsprechende Fortbildungen können für Unternehmen im Kanton Zürich auch individuell zusammengestellt und gebucht werden. Weiter informiert die Broschüre «Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz» Arbeitnehmende über Frühwarnzeichen, Belastungen wie Stress und enthält praktische Gesprächstipps. Die Broschüren sind online verfügbar unter www.suizidpraevention-zh.ch


Prävention und Gesundheitsförderung Kanton Zürich



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