Dienstag, 11. September 2018 | 12:31

Rückläufige Beschäftigungsaussichten für Ende 2018 in der Schweiz

Immer mehr Optimismus bei den Arbeitgebern in der Nordwestschweiz.

Grafik mit allen Resultaten der Schweiz seit Einführung der Studie
Grafik mit allen Resultaten der Schweiz seit Einführung der Studie

Wie die aktuellen Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers* zeigen, geht die Mehrheit der Schweizer Unternehmen für die letzten drei Monate des Jahres 2018 von einem Personalrückgang aus. Die Arbeitsmarktprognose liegt auf dem niedrigsten Niveau seit dem vierten Quartal 2013 (-2 %)** und die meisten Regionen und Sektoren verzeichnen sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang. Die Ergebnisse fallen je nach Region sehr unterschiedlich aus. So sind die Unternehmen in der Nordwestschweiz so optimistisch wie schon seit sieben Jahren nicht mehr, während sie im Tessin die pessimistischste Prognose seit Einführung des Arbeitsmarktbarometers in der Schweiz angeben. Bei den Ergebnissen nach Unternehmenskategorien schneiden die Kleinunternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitenden gut ab.

 

«Die Ergebnisse des Manpower Arbeitsmarktbarometers mögen überraschen: Die Schweizer Arbeitgeber gehen davon aus, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt bis Ende 2018 verschlechtern wird», kommentiert Leif Agnéus, General Manager von Manpower Schweiz. Die Prognose sieht keinen drastischen Stellenabbau vor, deutet aber darauf hin, dass sich der Einstellungsrhythmus verlangsamen wird. Der Arbeitsmarkt dürfte nach dem Sommerhoch bei Einstellungen und geschaffenen Arbeitsplätzen bis zum Jahresende an seine Kapazitätsgrenze stossen.»

 

Beschäftigungsboom in der Nordwestschweiz

In vier der sieben untersuchten Regionen beabsichtigen die Arbeitgeber, die Anzahl Mitarbeitende bis Ende Jahr stabil zu halten oder zu erhöhen. In der Nordwestschweiz (+15 %) stiegen die Einstellungsabsichten der Arbeitgeber im vierten Quartal in Folge, womit sie den grössten Optimismus an den Tag legen. Sie sagen den stärksten Anstieg im Quartals- und Jahresvergleich (um 7 bzw. 20 Prozentpunkte) voraus. Auch in Zürich (+8 %) scheint das Beschäftigungsklima günstig und die Prognose nimmt sowohl im Quartals- als auch im Jahresvergleich leicht zu. Im Tessin (-21 %) hingegen sind die Arbeitgeber mit ihrer Vorhersage so pessimistisch wie nie zuvor seit Einführung des Arbeitsmarktbarometers in der Schweiz im dritten Quartal 2005: Die Prognose bricht im Quartalsvergleich um 18 Prozentpunkte und im Jahresvergleich um 17 Prozentpunkte ein. Auch die Genferseeregion (-5 %) verzeichnet nach zwei leicht positiven Quartalen wieder rückläufige Beschäftigungsaussichten, sowohl gegenüber dem dritten Quartal 2018 als auch gegenüber dem vierten Quartal 2017.

 

Nur in zwei Sektoren Einstellungen vorgesehen

Die Beschäftigungsaussichten sind nur in zwei der zehn untersuchten Sektoren bis Ende Dezember positiv: in den Sektoren Baugewerbe (+6 %) sowie Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungen (+6 %). Die restlichen acht Sektoren kündigen weniger Einstellungen an, insbesondere im Verkehrs- und Nachrichtenwesen (-7 %) und in der Land- und Forstwirtschaft (-6 %).

 

Arbeitgeber der kleinen Unternehmen zuversichtlich

Von den vier untersuchten Unternehmenskategorien*** beabsichtigen nur die Kleinstunternehmen (-2 %) mit weniger als zehn Mitarbeitenden, ihren Personalbestand zu reduzieren. Bei den kleinen Unternehmen (+6 %) ist das Beschäftigungsklima sehr günstig und verzeichnet gegenüber dem Vorquartal und dem Vorjahr einen Anstieg (um 4 bzw. 5 Prozentpunkte). Auch die Arbeitgeber der Grossunternehmen (+6 %) beurteilen die Aussichten positiv, obwohl diese im Quartals- und Jahresvergleich um 5 bzw. 7 Prozentpunkte abflauen. Die Prognosen der mittleren Unternehmen (+5 %) gehen ebenfalls gegenüber dem Vorquartal (6 Prozentpunkte) und dem Vorjahr (1 Prozentpunkt) zurück.

 

Anhaltende Dynamik in Deutschland

In den Nachbarländern gibt Deutschland (+10 %) die optimistischste Prognose der letzten sieben Jahre ab. Am dynamischsten sind die Sektoren Baugewerbe sowie Bank- und Versicherungswesen, Immobilien und Dienstleistungen. In Frankreich (+2 %) sinken die Beschäftigungsaussichten sowohl gegenüber dem Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahr. Italien (+2 %) verzeichnet nach einem Jahr der Stagnation wieder positive Beschäftigungsaussichten; der Wert steigt im Vergleich zum vorigen Quartal und bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert. In Österreich (+5 %) zeigen sich die Arbeitgeber ebenfalls weiterhin zuversichtlich, auch wenn die Aussichten im Quartals- und Jahresvergleich rückläufig sind. (Manpower/mc/ps)

 

Die internationalen Umfrageergebnisse finden Sie unter manpowergroup.com > Manpower Employment Outlook Survey. Sie können die Daten mit dem interaktiven Tool vergleichen und analysieren.


Manpower



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