Donnerstag, 15. März 2018 | 09:37

Valais/Wallis – Language Valley Switzerland?

Der Wert von Sprachkompetenzen auf dem Arbeitsmarkt.

Die Podikumsdiskussion – von links nach rechts: Gilbert Briand, Eliane Gaspoz und Marco Civico
Die Podikumsdiskussion – von links nach rechts: Gilbert Briand, Eliane Gaspoz und Marco Civico

Die mehrsprachige Schweiz und das zweisprachige Wallis teilen die ständige Sorge, den Zusammenhalt über Sprachen und Kulturen hinaus sicherzustellen. Sie profitieren jedoch auch von den Sprachkompeten-zen ihrer Bewohner, um eine seit jeher fortschrittliche Wirtschaft auf Information und Kommunikation auszurichten.

 

Sprachen: Welchen Wert haben sie auf dem Arbeitsmarkt?

Sprachen sind sowohl Faktoren und Indikatoren für Identität als auch Instrumente für die Kommunikation und Zusammenarbeit. Im Zeitalter der Information und Kommunikation honoriert der Arbeitsmarkt Sprachkompetenzen, ja diese sind geradezu unverzichtbar. Ein grosser Teil des Wohlstands unserer heutigen Gesellschaften hängt direkt oder indirekt davon ab, dass Sprachkompetenzen in der Bevölkerung vorhanden sind. Lässt sich der Wert dieser Kompetenzen beziffern? Was erwarten die Arbeitgeber, seien es private oder öffentliche, von ihren Mitarbeitenden? Entspricht unser Bildungssystem den Anforderungen einer Wirtschaft und Arbeitswelt, die immer stärker miteinander verflochten sind?

 

Experten aus dem Hochschulbereich und HR-Fachleute diskutieren

Die FernUni Schweiz hat am Dienstag einen Abend mit Vorträgen und Diskussionen zu diesem Thema veranstaltet. Marco Civico, der am Observatoire Economie-Langues-Formation (Forschungsstelle Wirtschaft-Sprachen-Bildung) der Universität Genf forscht, eröffnete den Abend mit einem Vortrag, der einige Eckpfeiler vorgab. Die Forschung in diesem Bereich hat ermöglicht, einerseits die Gewinne in Form von persönlichem Einkommen zu quantifizieren, die durch Sprachkompetenzen generiert werden, und erlaubt andererseits eine Einschätzung des gesteigerten Mehrwerts, der durch die verschiedenen Wirtschaftszweige erwirtschaftet wird. Diese Zahlen und die damit verbundenen Konsequenzen für die Personalrekrutierung in einer Region mit zwei Sprachgemeinschaften wurden anschliessend von zwei Vertretern aus der Arbeitswelt, einem aus dem öffentlichen Bereich und einem aus der Privatwirtschaft, diskutiert.

 

Am runden Tisch wiesen Eliane Gaspoz, stellvertretende Leiterin und HR-Direktorin der Walliser Kantonalbank sowie Gilbert Briand, Leiter der HR-Abteilung des Kantons Wallis, vor allem auf die Schwierigkeiten hin, qualifizierte zweisprachige Mitarbeitende zu finden, die ihre Aufgaben in beiden Sprachen gleich gut erfüllen können. Das Wallis steht tatsächlich in Konkurrenz mit den benachbarten Wirtschaftsräumen, die Fachleute aus allen Bereichen anziehen. Deshalb ist es so wichtig, die Ausbildung und die Investitionen in die Erziehung zu verstärken - auch auf der Ebene des Sprachunterrichts. Die Diskussion unter Leitung von Bernhard Altermatt, Historiker und Politologe an der FernUni Schweiz, zeigte die Herausforderungen auf, die die Gebietskörperschaften und Arbeitgeber bewältigen müssen, aber auch die Chancen, die die Zweisprachigkeit und Mehrsprachigkeit für unsere Wirtschaft bietet.

 

Öffentliche Konferenz

Als führende Institution im Bereich Fernstudium ist es Aufgabe der FernUni Schweiz, einen Beitrag zur Förderung der Gemeinschaft zu leisten. Die Konferenz vom gestrigen Abend stand auf Anmeldung allen offen. Interessierte, Experten, Neugierige, Ein- oder Mehrsprachige: Alle waren willkommen! Dies war die dritte Abendveranstaltung innerhalb einer Reihe aus insgesamt vier Konferenzen, die abwechselnd in Siders (auf Französisch) und in Brig (auf Deutsch) durchgeführt werden. Die nächste Konferenz findet am Dienstag, 12. Juni 2018 im Zeughaus Kultur in Brig statt. Thema: «Die Partnersprache beim Nachbarn lernen - Wie der schulische Austausch im Wallis und in der Schweiz gefördert werden kann».


FernUni Schweiz



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