Donnerstag, 25. Januar 2018 | 13:23

Zweisprachigkeit im Wallis: eine Herausforderung für Behörden, Gesellschaft und Wirtschaft

Die Zwei- und die Mehrsprachigkeit betrifft sowohl die Schweiz wie auch den Kanton Wallis.

Das Podium: Prof. Dr. Iwar Werlen, Sprachwissenschaftler; Prof. Dr. Christina Süäti, Historikerin; Dr. Luzius Theler, Journalist und Moderator Bernhard Altermatt
Das Podium: Prof. Dr. Iwar Werlen, Sprachwissenschaftler; Prof. Dr. Christina Süäti, Historikerin; Dr. Luzius Theler, Journalist und Moderator Bernhard Altermatt

Dieses Thema steht im Zentrum der Veranstaltung « Babylon-sur-Raspille, Röstigraben und Polentaberg » im Zeughaus Kultur in Brig.

 

Der Einfluss der Sprachen auf die Gesellschaft

In einem mehrsprachigen Land hat der Umgang mit den verschiedenen Sprachen und Kulturen ein besonderes gesellschaftliches Gewicht. Im zweisprachigen Kanton Wallis sind die Behörden, die Zivilgesellschaft und die Wirtschaft mit spezifischen Herausforderungen konfrontiert - ähnlich wie die viersprachige (und mehrsprachige) Schweiz. Es stellen sich unterschiedliche Fragen: Wie hat sich die Präsenz von mehreren Sprachen im 19. und 20. Jahrhundert auf das Zusammenleben und auf die Identität der Menschen ausgewirkt? Welche Instrumente stehen zur Verfügung, um diese Koexistenz möglichst reibungslos zu gestalten? Welche Prinzipien und Praktiken können im beginnenden 21. Jahrhundert mobilisiert werden, um die Mehrsprachigkeit in einen Trumpf zu verwandeln?

 

Eine Debatte, die Geschichte und Sprachwissenschaft vereint

Die FernUni Schweiz führte am Dienstagabend einen Vortrags- und Diskussionsabend durch, mit einem Input-Referat der Historikerin Christina Späti, assoziierte Professorin an der Universität Freiburg und Dekanin an der FernUni Schweiz. Prof. Dr. Späti beleuchtete die «Sprache als Politikum» und die Entwicklung der schweizerischen Sprachenpolitik seit dem 19. Jahrhundert. Als Diskussionsgäste konnten auf dem anschliessenden Podium der Sprachwissenschaftler Iwar Werlen, emeritierter Professor der Universität Bern und ehemaliger Direktor des dortigen Instituts für Sprachwissenschaft, sowie der renommierte Journalist und Publizist Luzius Theler, ehemaliger Redaktor und stellvertretender Chefredaktor des Walliser Boten begrüsst werden. Die Diskussionsrunde wurde von Bernhard Altermatt, Historiker und Politologe an der FernUni Schweiz, moderiert.

 

Als ausgewiesene Kenner der schweizerischen und der Walliser «Sprachenlandschaft» schlugen die Podiumsteilnehmer den Bogen von der Geschichte zur Gegenwart. Insbesondere interessierte auch die Frage, welchen Beitrag der Kanton Wallis und seine zwei Sprachregionen an den Zusammenhalt der mehrsprachigen Schweiz leisten könnte? Dahinter verbirgt sich natürlich die Problematik des ausgeprägten (Sprach-)Regionalismus, der das Zusammenleben der Walliser beider Sprachen charakterisiert. Tut man in Brig, Siders und Sitten genug für die Zweisprachigkeit? Könnte man mehr machen? Oder soll man es gleich ganz bleiben lassen?

 

Konferenzen für das breite Publikum

Als eine seit fünfundzwanzig Jahren führende universitäre Einrichtung im Fernunterricht hat die FernUni Schweiz die Aufgabe, zur Entwicklung der Gesellschaft beizutragen. Die Veranstaltung, die am Dienstagabend in Brig stattfand, stand allen bei freiem Eintritt offen, man musste sich nur vorher anmelden. Interessierte, Fachleute, Neugierige, Ein- oder Mehrsprachige: Alle waren herzlich willkommen! Es war der zweite Abend eines Zyklus von 4 Anlässen, die abwechselnd in Siders auf Französisch und in Brig auf Deutsch stattfinden. Die nächste findet in der Grande Salle im l'Hôtel de Ville in Siders am Dienstag, dem 13. März 2018, statt und das Thema lautet «Valais-Wallis Language Valley - Der Wert der Sprachkompetenzen auf dem Arbeitsmarkt».


FernUni Schweiz



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